Weinjahr 2016

im Jahresrückblick 2015 haben wir geschrieben, dass das Wetter von Jahr zu Jahr unberechenbarer wird und immer wieder neue, extreme Facetten zeigt. Das hat sich im Weinjahr 2016 leider verstärkt bestätigt. Es war für den Winzer im Pflanzenschutz das extremste und schwierigste seit Jahrzehnten.
Der Winter war, wie in den letzten Jahren, zu warm, obwohl es im Januar einige Frosttage gab. Am 19. Januar 2016 hätte es sogar für eine Eisweinlese gereicht. Da aber zu diesem späten Zeitpunkt kaum noch verwertbare Trauben am Stock hingen, haben nur wenige Winzer davon Gebrauch gemacht. Die Menge war auch dementsprechend gering. Ansonsten war der Winter im Schnitt +2,5°C milder als im langjährigen Mittel.


Das Frühjahr war diesmal warm und mit viel Regen. Seit dem Austrieb am 28. April 2016 hatten wir mit
falschem Mehltau (Peronospora) Probleme. Die Peronospora will feuchtwarmes Wetter, am liebsten mit vielNiederschlag. Die warmen Temperaturen und der Regen waren ideale Voraussetzungen für den Mehltaupilz.

 

Im Sommer ging es nahtlos weiter: im Juni und Juli gab es immer wieder kräftige Schauer. Bis Ende Juli fiel schon mehr Regen als im gesamten Jahr 2015. Wir hatten ab Mitte Juni jeden Tag eine neue Infektion mit dem falschen Mehltau.


Die Voraussetzungen für die kommende Lese waren nicht gerade ideal. Noch im August rechneten wir mit einem späten Lesebeginn (Ende September) und einer durchschnittlichen Qualität mit hoher Säure beim 2016er. Doch dann kam alles anders. Es wurde trocken und die Sonne schien von morgens bis abends. Die Trauben entwickelten sich prächtig und jetzt war es von Vorteil, dass der Boden gut mit Wasser gesättigt war. Dadurch konnten die Reben aus dem Vollen schöpfen. Die Qualität wurde immer besser, die Säurewerte gingen immer mehr auf ideale Werte zurück. So konnten wir doch schon Mitte September mit der Hauptlese beginnen. Bedingt durch das sonnige und trockene Wetter, konnten die Trauben ohne Hektik gelesen werden. Die Kirschessigfliege (KEF) richtete im Obstbau, vor allem bei den Kirschen, große Schäden an. Da sie aber das trockene, heiße Wetter gar nicht mag, blieben wir mit unseren roten Trauben dieses Jahr verschont.


Trotz all dieser Schwierigkeiten, können Sie sich auf einen sehr schönen, fruchtigen 2016er Jahrgang mit ausgewogenen Säurewerten freuen!